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Viagra - eine blaue Pille erobert seit 15 Jahren die Schlafzimmer.

Bis zu einer Pressekonferenz wurde Männern mit Erektionsstörungen ein psychisches Problem unterstellt. Jedoch wurde vor den Augen aller Anwesenden auf aufsehenerregende Art das Gegenteil bewiesen. Der Wirkstoff Phentalomin bewirkte eine andauernde, nicht steuerbare Erektion, öffnete aber die Pforten für weitere Forschungen für Hilfe bei Errektionsstörungen. Seit Jahrtausenden nagt das Problem der erektilen Dysfunktion an der Psyche eines jeden Betroffenen

die Vorteile von Viagra

Bis in die 80er Jahre hinein, wurde den Männern versichert, dass sie vor allem ein psychisches Problem hätten und man ihnen, abgesehen von einer Psychotherapie leider nicht helfen könne. Doch wurden alle Ärzte durch die Pressekonferenz 1983 eines besseren belehrt. Auf der Bühne und vor allen Teilnehmern der Konferenz der American Urological Association ließ Dr. Giles Brindley die Hosen herunter und präsentierte seinen erigierten Penis. Im Vorhinein injizierte er sich das Mittel Phentalomin. Dieses bewirkte eine sofortige, anhaltende und unkontrollierbare Erektion. Allein durch diese Präsentation der Wirksamkeit des Mittels wurde gezeigt, dass eine Erektion keinesfalls ausschließlich von dem körperlichen Wohlbefinden und des Empfindens von Lust abhängig ist, sondern eine durchaus körperliche (und demzufolge auch behandelbare) Reaktion sein kann.


Nicht weniger interessant ist der Werdegang des Medikamentes Viagra, welcher 1985 in dem britischen Ort Sandwich seinen Lauf nahm. Ursprünglich wurde ein Mittel für Angina Pectoris, einem Brustengegefühl, gesucht, dass verantwortlich ist für eine Durchblutungsstörung, die vor allem das Herz betrifft. Die gefundene synthetische Substanz sollte das Enzym Phosphodiesterase (PDE-5) zielgerichtet blockieren können. Allerdings stellte man betroffen fest, dass die Halbwertzeit der Substanz Sildenafil nur 4 Stunden betrug. Für ein Herzmedikament ist das leider nicht ausreichend. Ebenso konnte nicht die erhoffte Steigerung der Durchblutung gemessen werden. Allerdings berichteten einige der männlichen Probanden, dass sie bei einem kleinen erotischen Impuls eine Erektion bekamen.


So wurde das ursprüngliche Medikament zwar nicht weiter untersucht, dafür aber der Wirkstoff Sildenafil auf seine Wirksamkeit gegen erektile Dysfunktion geprüft. Hierbei konnte festgestellt werden, dass die Wirkung des PDE-5 vor allem im Schwellköper blockiert wurde und nur wenige Nebenwirkungen auftraten. 1998 wurde das Medikament Viagra vertreten von dem amerikanischen Pharmakonzern Pfizer auf dem Markt eingeführt und wurde zu einem der beliebtesten und meistverschriebenen Medikamente aller Zeiten. Allein in den ersten vier Wochen nach der Markteinführung wurden in den USA über 30 000 Rezepte für Viagra ausgeschrieben. Der Siegeszug der blauen Pille nahm seinen Lauf. Nun, im Jahr 2013 wird das Patent für Viagra auslaufen und öffnet durch den Verkauf von Generika Medikamente, die auf der gleichen Substanz wie Viagra wirken) auch anderen Pharmakonzernen das Tor an dem Gewinn teilzuhaben. Aufgrund der Tatsache, dass die Pillen zwar die gleiche Wirkung haben und unter einem anderen Namen geführt werden, werden den Betroffenen kostengünstigere Alternativen geboten.


Das Patent läuft im Juni aus und doch gibt es schon seit einigen Jahren, Medikamente, die den Erektionsstörungen des Mannes entgegenwirken. So kann man hierzulande auf zweierlei Mittel zurückgreifen: Zum einen Levitra, das über eine Kooperation der beiden Pharmakonzerne Bayer und GlaxoSmithKline entwickelt wurde und auf der Basis von Vardenafil arbeitet, und zum anderen Cialis von Eli Lilly, dessen Wirkstoff Tadalafil ist. Die Wirkungsweise ist identisch, da die verwendeten Substanzen eine ähnliche Struktur aufweisen.


Doch wie genau wirkt Viagra eigentlich? Trotz der Tatsache, dass es das Medikament bereits seit 15 Jahren gibt und ein jeder weiß, wofür es eingesetzt wird, wissen die wenigsten, auf welcher Basis es wirkt.


Um eine Erektion zu bekommen muss Blut in den Schwellkörper des Penis gelangen. Die Blutzufuhr wird von Muskeln übernommen, die im nichterigierten Zustand angespannt sind. Sie verhindern somit den Zufluss. Über eine sexuelle Stimulation allerdings führt das Ausschütten einer körpereigenen Substanz (cyklisches Guanosinmonophosphat - cGMP) dazu, dass die Muskeln in diesem Bereich erschlaffen und eine ausreichende Blutzufuhr gewährleistet werden kann. Der Schwellkörper kann sich nun mit Blut füllen und richtet sich auf. Damit sich die Erektion auch wieder legen kann, muss ein Enzym die Wirkung des cGMP neutralisieren. Die Muskeln spannen sich wieder an und das Blut wird aus dem Schwellkörper gepresst. Das Enzym, was dafür verantwortlich ist, heißt Phosphodiesterase (PDE-5). Viagra verhindert nun, dass das Enzym vorzeitig dafür sorgt, dass der Penis wieder erschlafft. Hierbei wird das Enzym wird an die synthetische Substanz Sildenafil gebunden und hat somit keine Möglichkeit mehr, den Abbau von cGMP voran zu treiben. Auf dieser Basis wirken die meisten Medikamente gegen Erektionsstörungen.


Es sollte allerdings beachtet werden, dass die Medikamente einige Zeit brauchen, bis die Wirkung einsetzt. Im Falle der Viagra sollte man sie etwa eine Stunde vor dem zu erwartenden Geschlechtsverkehr einnehmen.