Viagra - Erektionen leicht gemacht?

Seit Anbeginn unserer Zeit wird von Menschen mit Erektionsstörungen berichtet. Bis vor wenigen Jahren konnte kein Mittel eine Erektion aufgrund einer sexuellen Stimulation herbeiführen. Durch die Entwicklung der Pille, die für tausende Männer wahre Wunder bewirkt, hat sich für die Betroffenen vieles verändert. Doch wie genau wirkt Viagra?

Viagra, bringen wir gute Dinge zum Leben

Bei einer Erektion wird über einen entspannten Muskel Blut in den Schwellkörper des Penis geleitet. Dieser füllt sich und richtet sich auf. Der ansonsten angespannte Muskel wird über eine chemische Substanz, die der Körper ausschüttet, wenn er einen sexuellen Impuls erfährt, gelöst. Doch muss diese Substanz wieder abgebaut werden, da die Erektion sonst ewig andauern würde. Ein Enzym, das sogenannte PDE-5 (Phosphodiesterase) baut die Substanz cGMP (cyklisches Guanosinmonophosphat) wieder ab, sodass sich der Muskel wieder anspannen kann und das Glied nach dem Koitus erschlafft.


Dies ist der Werdegang einer Erektion, die die meisten Männer erfahren. Doch bei denjenigen, die an erektiler Dysfunktion leiden, sieht das ein wenig anders aus. Seit mehreren Jahrtausenden leiden Männer an dieser Erkrankung. Bis zum Ende des letzten Jahrhunderts wurde die Ursache in einer psychischen Erkrankung gesucht. Sehr viele Männer wurden aus den falschen Gründen zu einer Psychotherapie geschickt, um darin Heilung zu finden. Ebenso wurde das persönliche Glück infrage gestellt - ob man denn die richtige Partnerin hätte und auch sonst glücklich mit seinem Leben wäre. Erst in den achtziger Jahren wurde mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass Erektionsstörungen ausschließlich etwas mit der Psyche zu tun haben. Großen Eindruck hinterließ der Urologe auf einer Konferenz für Urologen. Die klassische Vorstellung der Ursache einer Erektionsstörung in Rauch aufgehen. Im Vorhinein injizierte den Wirkstoff Phentalomin in seinen Penis. Nachdem die Wirkung eintrat, ließ der Mann die Hose herunter und zeigte dem Publikum, dass man ausschließlich über das erhalten eines Wirkstoffes eine Erektion erhalten kann. Sexuelle Stimulationen sind dabei zwar wünschenswert aber in keiner Weise notwendig. Dieses Ereignis war der Anstoß für die Forschung ein Mittel gegen die Erektionsstörungen des Mannes zu suchen.


Fündig wurden die Wissenschaftler 1985 allerdings mehr oder weniger durch Zufall. In Sandwich in Großbritannien wurde eine synthetische Substanz erforscht, die Angina Pectoris, ein Brustengegefühl, und damit auch Herz-Durchblutungsstörungen heilen sollte. Die verwendete Substanz sollte gezielt das Enzym PDE-5 blockieren und damit die Durchblutung fördern. Mehrere Probleme ließen das Projekt letztendlich scheitern. Zum einen hatte man herausgefunden, dass die Halbwertzeit der Sildenafil nur vier Stunden betrug. Für ein Herzmedikament ist das nicht ausreichend. Ebenso hat sich der Blutdurchfluss nicht in dem erwarteten Maße erhöht. Allerdings wurden die Wissenschaftler aufmerksam, als einige der männlichen Probanden berichteten, dass sie durch einen kleinen sexuellen Impuls bereits eine Erektion bekamen. Pfizer nahm sich dem Medikament an und entwickelte es weiter. 1998 kam es dann letztendlich auf den Markt und übertraf alle Erwartungen bezüglich des Absatzes. Mehr als 30 000 Rezepte schrieben die US amerikanischen Ärzte für Viagra, so heißt die blaue Wunderpille, innerhalb der ersten vier Wochen aus.


Über Jahre hinweg arbeitete Pfizer an dem Rezept und verbesserte es immer wieder, bis die Substanz Sildenalfil in der richtigen Dosis in der Pille enthalten war. Die Aufgabe des Sildenafil setzt dort an, wo eine Erektion ohne Medikamente bereits am Abklingen ist: die Substanz blockiert das Enzym PDE-5, sodass diese das cGMP nicht abbauen können. Die Erektion bleibt somit über einen langen Zeitraum erhalten.


Auch nach nunmehr 15 Jahren ist die Pille bekannter denn je. Mit dem Auslaufen des von dem amerikanischen Pharmaunternehmen einrichteten Patents, werden, wie auch bereits auf dem internationalen Markt vorhanden, verschiedene Generika auf den Markt kommen. Generika basieren auf demselben Wirkstoff des Originalmedikamentes. Aufgrund der Tatsache, dass diese meist zu einem spürbar niedrigeren Preis angeboten werden können, werden mehr Betroffene die Möglichkeit erhalten mit ihrer Krankheit leichter zu leben.