Viagra - mehr als eine Pille

Innerhalb kürzester Zeit wurde die Wunderpille bekannt und verschaffte vielen Betroffenen mit ihrer Markteinführung wieder ein ausgefülltes Sexualleben. Bis heute erfreut sich das Medikament, das in diesem Jahr 15 Jahre alt wird großer Beliebtheit. Nun läuft das Patent aus und Generika miteinander in Konkurrenz treten.

Die Wirkung von Viagra beginnt in 30 Minuten bis 1-4 Stunde

Im April 1998 kam ein Medikament auf den Markt, was Millionen von Männern mit Erektionsstörungen in jedem Alter mit Freude erfüllte. Nun endlich konnte ihnen ohne schmerzhafte Injektionen in den Penis geholfen werden eine Erektion zu bekommen, die aufgrund von sexuellen Impulsen zustande kommt und nicht ausschließlich mechanische Gründe hat.


Gefunden wurde das Mittel mehr oder weniger durch Zufall und sollte dem ursprünglichen Zweck nach gegen Angina Pectoris, einem Brustengegefühl, helfen. Doch wurde in Studien erkannt, dass sich nicht die erhoffte Wirkung einstellte. Zwar wurde die Herz-Durchblutung angeregt, allerdings nicht in dem gewünschten Maße. Vielmehr wurde durch Berichte der Studienteilnehmer bekannt, dass der Wirkstoff Sildenafil zwar durchaus gezielt das Enzym PDE- 5 geblockt hat , allerdings nicht in der gewünschten Körperregion. Die männlichen Teilnehmer gaben an bei einem kleinen sexuellen Impuls eine Erektion zu bekommen, die teilweise über einen sehr langen Zeitraum hinaus anhalten kann. Der Wirkstoff wurde nicht weiter als Medikament zur Anregung des Blutkreislaufs untersucht. Vielmehr widmete sich die pharmazeutische Firma Pfizer der Wirkung bei Erektionsstörungen.


Mit einem unvergleichbar großen Erfolg wurde das Medikament 1998 präsentiert und erhielt einen Zuspruch, der kaum zu bemessen ist. Allein in den ersten vier Wochen wurden in den USA mehr als 30 000 Rezepte für Viagra ausgeschrieben. Dieser Erfolg ist bis heute ungebrochen. Mit dem verstreichen des 15. Jahres verliert Pfizer das Patent an der blauen Wunderpille. Der Weg für die Generika der unterschiedlichen Pharmaunternehmen ist bereitet. Generika, das sind Medikamente, die auf dem gleichen Wirkstoff basieren wie Viagra. Die Nachfolger haben den Vorteil, dass sie das Medikament nicht von der Idee bis zur Markteinführung begleiten müssen, sondern das Medikament ausschließlich produzieren und zulassen müssen. Aufgrund dieser Tatsache haben sie die Möglichkeit ihr Medikament preiswerter anzubieten. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass etwa zur selben Zeit mehrere Medikamente auf den Markt kommen, die sehr wahrscheinlich frei verkäuflich sein werden. Der daraus resultierende Konkurrenzkampf wird entsprechend hoch sein. Betroffene können sich über diese Entwicklung freuen. Sie erhalten ein vergleichbares Medikament zu einem geringeren Preis. Das Patent ist in anderen Ländern bereits abgelaufen, sodass die verschiedenen Generika auf dem internationalen Markt bereits verfügbar sind. Über das Internet sind diese erhältlich und können auch nach Deutschland verschickt werden.


Viagra, als erstes Medikament dieser Art, hat einen erstaunlichen Bekanntheitsgrad. Doch wissen nur wenige, wie es wirkt und warum es so besonders ist. Besonders ist es, weil die Erektion, anders als bei den vorhergehenden Medikamenten, wie etwa Phentalomin, die Erektion ausschließlich über einen sexuellen Impuls zustande kommt. So wird ein natürliches sexuelles Verhalten möglich. Phentalomin hingegen musste über eine Injektion in den Penis verabreicht werden. Die daraus resultierende Erektion des Penis war nicht kontrollierbar und basierte ausschließlich auf der chemischen Reaktion. Sildenafil hingegen wirkt an einer anderen Stelle: der Schwellkörper wird von Muskeln umschlossen, die im nichterigierten Zustand angespannt sind. Sie verhindern, dass Blut in den Schwellkörper gelangt und sich der Penis jederzeit aufrichtet. Durch sexuelle Stimulation wird das cyklische Guanosinmonophosphat (cGMP) ausgeschüttet. Es bewirkt, dass sich die Muskeln um den Schwellkörper entspannen und Blut in diesen fließen kann. Um jedoch keine andauernde Erektion zu haben, muss das cGMP wieder abgebaut werden. Diese Aufgabe übernimmt das Enzym Phosphodiesterase (PDE-5). Hier beginnt das Sildenafil zu wirken: Es blockiert das Enzym so, dass ein Abbau des cGMP verhindert wird und die Erektion über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt.


Das Medikament richtet sich an Männer ab 40 Jahren. So hat eine Studie bewiesen, dass mit zunehmenden Alter die Wahrscheinlichkeit an einer Erektionsstörung zu leiden stark zunimmt. Ist bereits in diesem Alter jeder zehnte betroffen, leidet in einem Alter von 60 Jahren fast jeder dritte Mann an erektiler Dysfunktion. Oftmals ist sie eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen wie etwa Diabetes oder Prostatakrebs. Ebenso kann aber auch eine Hormonstörung, psychische Probleme oder eine Suchterkrankung die Ursache sein. Mit dem Finden dieser Lösung ist allen Betroffenen geholfen. Auf die verschiedenen Bedürfnisse eines jeden zugeschnitten, gibt es auch Medikamente, die mit einem ähnlichen Wirkstoff arbeiten. So sind die Mittel Cialis und Levitra sehr beliebt.